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"Fast Fashion" :
schnelles Mode-Design
Leitmotiv Kreativ und schnell - morgens ausgedacht, abends angezogen!
Wie alles begann:
Die beiden Wurzeln der "Fast Fashion "
Auf der "EXPO 2000" in Hannover war ich als Künstlerin in verschiedenen
Funktionen tätig: repräsentierend, aber auch künstlerisch gestaltend.
Diese unterschiedlichen Tätigkeiten nötigten mich, mich häufig umzuziehen,
und manchmal musste ich in kürzester Zeit in völlig unterschiedlicher
Kleidung auftreten: mal elegant, dann sportlich, danach dezent, später
pfiffig-fantasievoll, aber auch in selbst entworfenen Papierkostümen,
beispielsweise auf der Abschlussparade der EXPO 2000 am 29. September.

Da ich mit nur wenig Gepäck reisen musste, konnte ich bei weitem nicht
für jeden Anlass das passende Kleidungsstück mitnehmen. Also brauchte
ich einige wenige fertige Kleidungsstücke mit vielen Variationsmöglichkeiten
und qualitativ hochwertige Stoffe, aus denen ich mittels einfacher Schnitte
in kürzester Zeit und praktisch vor Ort die jeweils passende Kleidung
selbst herstellen konnte. Das habe ich oft auf meinen Bahnfahrten zwischen
Stuttgart und Hannover praktiziert.
So entstand meine Idee der "Imbiss-Mode", die ich im Laufe der Zeit verfeinert
und mit einer zweiten Leitidee verbunden habe, die für mich schon seit
vielen Jahren eine entscheidende Rolle spielt: Mode ist für mich Kunst,
und Mode-Design ist künstlerisches Gestalten.
Man bezichtigt Mode (zu) oft, aber leider nicht immer ohne Berechtigung,
oberflächlich zu sein; man wirft ihr zu schnelle Verfallszeiten und Flüchtigkeit
vor: Heute noch Trend, morgen schon out.
Das bedeutet aber leider auch, das diejenigen, die sich den jeweiligen
Trends anpassen, nicht wirklich ihre eigenen, persönlichen Wünsche erfüllen,
sondern sich - zumeist aus Unsicherheit - eher herrschenden Vorstellungen
und Klischees anpassen. Diesem Diktat der Modeindustrie, das nicht zuletzt
bei vielen jungen Frauen ein Gefühl von Unzufriedenheit mit sich selbst
erzeugt, versuche ich seit mehreren Jahren mit meiner Arbeit entgegenzuwirken.

Mit meinen Kostümen, Performances und in meinen Kursen möchte ich zu künstlerischer
und spielerischer Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, zu Sinnlichkeit
und Fantasie animieren. Ich kombiniere Textilien, Stoffe, Papier, Kunststofffolien,
Filz, Recyclingmaterialien u.a. Mal ist es handgeklöppelte Spitze, mal
sind es selbstgefärbte Stoffe, handgestrickte Ärmel, besondere Kragen
oder Taschen. Auf diese Weise entstehen nicht alltägliche Kleider, Objekte
oder Skulpturen. Mode wird dadurch unverwechselbar und so eigenwillig,
wie Kunst ist, bzw. sein sollte.
Dieses Konzept mit seiner Verbindung von Mode, Kunst und Praxis habe ich
als Kurs erstmals an der Familienbildungsstätte in Tübingen angeboten;
das Fernsehen des SWR wurde im Jahr 2001 darauf aufmerksam und drehte
einen Filmbeitrag über mein "Imbiss-Design". Inzwischen gebe ich Kurse
an unterschiedlichen Institutionen, und ich führe - wie bereits erwähnt
- Fortbildungsseminare in mehreren Bundesländern durch.
In meinen Fortbildungsseminaren geht es um Mode und Kunst, um Modezeichnen
und Entwerfen, vor allem jedoch um die praktische Umsetzung. Die Werkstattseminare
laden ein zum experimentellen Gestalten. Wir stellen unsere eigenen Stoffe
her, entwerfen und nähen mehrere "lmbiss-Mode"-Teile. Es geht einerseits
um das Spiel mit gewöhnlichen und ungewöhnlichen Materialien, mit einfachen
und komplizierten Techniken - andererseits aber auch um die Beziehung
zwischen selbst entworfenem Kleidungsstück und Persönlichkeit.
Die - äußerst positiven - Rückmeldungen zeigen, dass in diesen Fortbildungsseminaren
tatsächlich das Ziel erreicht wird, Anregungen für modische, kombinierbare
und pfiffige Ideen kennen zu lernen. Auf der Basis von einfachen, aber
designorientierten Schnitten wird mit qualitativ hochwertigen Stoffen/Materialien
das "Schnelle Mode-Design" demonstriert und praktisch erprobt.
Vor allem mit den "Ozonlöchern" konnten sich die Dozentinnen rasch anfreunden.
Was ich als "Ozonlöcher" bezeichne, hatte ich vorher erklärt: Für eine
Modenschau in Hannover habe ich erstmals 1997 Knopflöcher als runde Löcher
verarbeitet - gelegentlich mit Spitze, Leder oder glänzendem Kontraststoff
unterfüttert.
Diese und viele ähnliche Szenen spielten sich in den letzten Monaten auf
den Fortbildungstagungen für Dozentinnen ab, die ich unter dem Titel "Schnelles
Mode-Design" bzw. "Imbiss-Mode" seit zwei Jahren für mehrere vhs-Landesverbände
(Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen) und für Fachkräfte
an Familienbildungsstätten durchgeführt habe.
Wesentliches Ziel dieser Tagungen ist es, Anregungen für die Gestaltung
fantasievoller Kurse zu geben und neue Ideen zu vermitteln, wie man schnell
pfiffige, unkonventionelle Mode und variationsreiche Kleidung selbst herstellen
und zu einem eigenen Stil finden kann. |
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